04.04.2013

Zu Besuch im Architekturbüro müllerschurr

2. Station der Marktoberdorf-Tour mit Theresa Schopper.

v.L.n.R.: Theresa Schopper, Alexander Müller, Jochen Schurr, Gertrud Kustermann im Gespräch über ganzheitliche Betrachtung von Bauvorhaben

Was man alles aus einem Altbau machen kann, das erfuhren die GRÜNEN bei Ihrem zweiten Termin Ihrer Marktoberdorf-Tour am 4.4.2013 bereits bei Betreten des Gebäudes: Ein sehr einladendes Büro mit freigelegten Dachbalken beeindruckten Theresa Schopper (Stimmkreiskandidatin für die Landtagswahlen), Clara Knestel (Kreis- und Stadträtin), Gertrud Kustermann (Ortssprecherin) und Christian Vavra (Vorstandsmitglied im Kreisverband) sehr.

Die Architekten Alexander Müller und Jochen Schurr machten sich mit der Planung der Marktoberdorfer Kinderkrippe und dem gewonnenen Architektenwettbewerb für die Adalbert-Stifter-Schule in Marktoberdorf einen Namen. Sie hoben gleich zu Gesprächsbeginn hervor, dass in Marktoberdorf in Sachen ökologischem Bauen mehr als in manch anderer Kommune getan werde.

Die derzeit in den Medien viel zitierte Studie der KfW stellten die Architekten in Frage. Die Studie versucht, den Aufwand für die energetische Haussanierung zu Einsparungen beim Energieverbrauch ins Verhältnis zu setzen. Dabei wären gravierende Fehler bei der Ermittlung der Sanierungskosten gemacht worden: Einige energetisch nicht relevante Teile (wie z.B. der Tausch von Innentüren) finde man in der Aufsummierung. Nicht in die Berechnungen fließen jedoch z.B. Wertsteigerungen der Immobilie ein. Jochen Schurr wies darauf hin, dass der Anreiz für Vermieter zur energetischen Sanierung ohnehin schon fehle, denn die Energiekosten tragen ja die Mieter. Dies würde durch solche Kampagnen zusätzlich verschärft, was letztendlich auch die Umsetzung der Energiewende erschwere.

Öffentliche Gebäude besitzen eine Vorbildfunktion für BürgerInnen. Bei Funktionsbauten wie Kitas und Schulen muss neben ökologischen Gesichtspunkten jedoch auch bedacht werden, dass sich die Kinder wohl fühlen. Theresa wies darauf hin, Funktionsbauten aufgrund des demografischen Wandels heute auch weiter zu denken: So müsse z.B. ein Schulgebäude in einigen Jahren eventuell möglichst einfach zu einem Altersservicezentrum umgebaut werden können.

Interessant finden die anwesenden GRÜNEN den abschließenden Vorschlag der Architekten, auf kommunaler Ebene "Gestaltungs- und Technikbeiräte" nach dem Vorarlberger Modell einzusetzen. Aufgabe dieses Beirates könnte es sein, durch unabhängige Empfehlungen die Qualität des Ortsbildes und der Architektur zu wahren und zu verbessern.

Von: CV